Empfehlungen der Redaktion "Heilpraxisnet.de" https://www.heilpraxisnet.de Die besten Artikel der Redaktion "Heilpraxisnet.de" Tue, 17 May 2022 08:50:58 +0200 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.8.4 Empfehlungen der Redaktion "Heilpraxisnet.de"https://www.heilpraxisnet.de/wp-content/themes/twentyfourteen-heilpraxis/assets/images/hp-logo-solo-bg-umfragetool.pnghttps://www.heilpraxisnet.de COVID-19: Diese Erkrankungen erhöhen die Sterblichkeit https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/covid-19-diese-erkrankungen-erhoehen-die-sterblichkeit-20220517560253/ Tue, 17 May 2022 08:01:01 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560253 Corona: Adipositas, Diabetes und Hypertonie erhöhen Mortalität

Fortgeschrittenes Alter, gefolgt vom männlichen Geschlecht, stellen mit Abstand das größte Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung dar. Eine neue Studie liefert nun Hinweise darauf, welche Erkrankungen die Sterblichkeit bei einer SARS-CoV-2-Infektion vor allem auch bei Jüngeren erhöhen.

Adipositas (Fettleibigkeit), ein gestörter Blutzuckerstoffwechsel und Bluthochdruck erhöhen bei jungen Erwachsenen und Menschen im mittleren Lebensalter das Risiko an COVID-19 zu sterben auf ein Maß, welches sonst nur bei älteren Personen beobachtet wird. Das zeigt eine aktuelle Studie, die nun in der Fachzeitschrift „Frontiers in Medicine“ veröffentlicht wurde.

Effekt von mehreren Vorerkrankungen untersucht

Ältere Menschen und vor allem Männer haben ein besonders hohes Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken und daran zu sterben. Das zeigt eine im „Journal of Health Monitoring“ (Robert Koch-Institut (RKI); PDF) veröffentlichte Auswertung.

Auch Fettleibigkeit und hoher Blutzucker gelten als potenzielle Risikofaktoren für schwere COVID-19-Verläufe.

Welchen Effekt aber mehrere Vorerkrankungen in Kombination auf den Verlauf einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 haben, wurde bislang in Deutschland noch nicht ausreichend untersucht.

Um herauszufinden, ob Übergewicht, Diabetes und ein erhöhter Blutdruck, die Schwere einer COVID-19-Erkrankung beeinflussen und die damit einhergehende Sterblichkeit erhöhen, haben Forschende Daten von insgesamt 3.163 Patientinnen und Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion aus dem europäischen Fallregister LEOSS ausgewertet.

Laut einer aktuellen Mitteilung waren an der Studie unter anderem das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD), das IDM (Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Munich an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen) und das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) beteiligt.

Ähnlich erhöhtes Sterberisiko wie Ältere

„Dabei zeigte sich, dass Fettleibigkeit, ein gestörter Blutzuckerstoffwechsel und ein Bluthochdruck einen additiven Effekt auf die COVID-19-bedingte Sterblichkeit haben – und dies vor allem bei vergleichsweise jüngeren Erkrankten im Alter zwischen 18 und 55 Jahren“, erklärt Professor Dr. med. Norbert Stefan, Erstautor der Studie.

Des Weiteren kam die Untersuchung zu dem Schluss, dass Menschen dieser Altersgruppe mit allen drei Vorerkrankungen ein ähnlich erhöhtes Sterberisiko haben, wie ältere Personen (56-75 Jahre), die metabolisch gesund und nicht fettleibig waren.

„Diese Erkenntnis hat immense Auswirkungen auf unseren Umgang mit der SARS-CoV-2-Infektion und den sogenannten Volkskrankheiten, denn bislang gingen viele Betroffene davon aus, dass ein jüngeres Alter weitgehend vor einer schweren Infektion mit COVID-19 schützt“, sagt Stefan.

Wichtige Rolle von Übergewicht

Laut dem Letzt-Autor der Studie, Professor Dr. med. Andreas Birkenfeld, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik IV der Universität Tübingen, Leiter des IDM und Sprecher des DZD, ist es daher besonders wichtig, die medizinische Überwachung und Behandlung von jüngeren COVID-19-Erkrankten zu intensivieren. Vor allem dann, wenn entweder Übergewicht, Diabetes oder Hypertonie vorliegen.

Bereits früh im Verlauf der Corona-Pandemie hatten Stefan, Birkenfeld und Kollegen, aufbauend auf ihren langjährigen Erkenntnissen zur wichtigen Rolle von Übergewicht und einer gestörten Stoffwechsellage für die Entstehung von schwerwiegenden Erkrankungen, auf diese Risiken hingewiesen. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden in zwei Beiträgen in der Fachzeitschrift „Nature Reviews Endocrinology“ publiziert.

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) sehen in den aktuellen Ergebnissen einen Anreiz, weiter auf die Prävention im Kampf gegen nicht-übertragbare Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Adipositas zu setzen. (ad)

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Darmgesundheit: Antibiotika begünstigen gefährliche Pilzinfektionen https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/darmgesundheit-antibiotika-beguenstigen-gefaehrliche-pilzinfektionen-20220516560142/ Mon, 16 May 2022 15:20:47 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560142 Wie Antibiotika das Risiko für Pilzinfektionen erhöhen

Die Einnahme von Antibiotika stört das Immunsystem des Darms und begünstigt so die Entstehung von Pilzinfektionen. Diese können durchaus ernste gesundheitliche Komplikation hervorrufen und sogar lebensbedrohliche Folgen haben, insbesondere, wenn sie in Krankenhäusern auftreten, wo Antibiotika häufig eingesetzt werden.

In einer Studie unter Beteiligung von Fachleuten der University of Birmingham und dem National Institutes of Health (USA) wurde untersucht, wie Antibiotika das Risiko für die Entstehung der sogenannten invasiven Candidose, einer häufig vorkommenden nosokomialen Pilzinfektion, begünstigen. Die Ergebnisse wurden in dem Fachblatt „Cell Host and Microbe“ veröffentlicht.

Pilzinfektionen treten häufig in Krankenhäusern auf

Laut den Forschenden erkranken Menschen, denen im Krankenhaus Antibiotika zur Vorbeugung bakterieller Infektionen verschrieben werden, häufig an einer Pilzinfektion. So ist auch die invasiven Candidose eine häufige Komplikation in Kliniken.

Ein Problem mit den Pilzinfektionen ist zudem, dass diese oft schwieriger zu behandeln sind als bakterielle Infektionen. Die Infektionen können für die Betroffenen daher durchaus lebensbedrohlich werden.

Mäuse wurden mit Candida albicans infiziert

Warum Antibiotika schwere Pilzinfektionen begünstigen, blieb bisher weitgehend unklar. Die neue Studie sollte hier ein besseres Verständnis ermöglichen.

Die Forschenden nutzten dafür Mäuse, die mit einem sogenannten Breitband-Antibiotika-Cocktail behandelt und danach mit Candida albicans infiziert wurden – der Pilz, der beim Menschen am häufigsten eine invasive Candidiasis verursacht.

Erhöhte Sterblichkeitsrate aufgrund von Infektion im Darm

Es zeigte sich, dass die mit dem Pilz infizierten Tiere eine erhöhte Sterblichkeitsrate aufwiesen, allerdings wurde diese durch eine Infektion im Darm ausgelöst und nicht etwa durch Infektionen der Nieren oder anderer Organe.

Das Team untersuchte auch, welche Teile des Immunsystems im Darm nach der Behandlung mit Antibiotika angegriffen waren und diese Schwächen wurden in weiteren Versuchen durch den Einsatz von immunstärkenden Medikamenten wieder behoben.

Schwere der Pilzinfektion reduziert

Die dabei verwendeten Arzneimittel ähnelten immunstärkenden Medikamenten, die auch beim Menschen eingesetzt werden. Durch die medikamentöse Manipulation des Immunsystems konnte die Schwere der Pilzinfektion reduziert werden, berichten die Fachleute.

Des Weiteren analysierten die Forschenden verschiedene Krankenhausunterlagen. Aus diesen ging hervor, dass Pilzinfektionen und weitere Koinfektionen auch beim Menschen nach einer Antibiotikabehandlung auftreten können.

Antibiotika stören Immunsystem des Darms erheblich

Zusammenfassend lässt sich laut den Forschenden festhalten, dass Antibiotika offenbar das Immunsystem im Darm stören. Dies führt dazu, dass Pilzinfektionen schlechter unter Kontrolle gehalten werden können.

Zusätzlich überwinden dort, wo sich Pilzinfektion ausbreiten, vermehrt Darmbakterien die Darmbarriere, was mit einem erhöhten Risiko einer bakteriellen Koinfektion verbunden ist, so das Team.

Die neue Forschungsarbeit zeige, welche Auswirkungen Antibiotika auf den menschlichen Körper und die Bekämpfung von Infektionen und Krankheiten haben können. Außerdem sei das Potenzial von immunstärkenden Medikamenten zur Bekämpfung dieses Problems deutlich geworden.

Besserer Umgang mit Antibiotika nötig

Die durch Antibiotika ausgelöste Störung des menschlichen Immunsystems des Darms unterstreiche auch die Bedeutung eines sorgfältigen Umgangs mit den bisher verfügbaren Antibiotika.

Wir wussten, dass Antibiotika Pilzinfektionen verschlimmern, aber die Entdeckung, dass sich durch diese Wechselwirkungen im Darm auch bakterielle Co-Infektionen entwickeln können, war überraschend”, berichtet Studienautorin Dr. Rebecca Drummond in einer Pressemitteilung.

Diese Faktoren können sich zu einer komplizierten klinischen Situation summieren, so die Expertin weiter. Wenn die zugrunde liegenden Ursachen verstanden werden, könne dies auch die Behandlung verbessern.

Diese Ergebnisse zeigen die möglichen Folgen des Einsatzes von Antibiotika bei Patienten, bei denen ein Risiko für Pilzinfektionen besteht“, betont Dr. Drummond. Es sei ratsam, die Verschreibung von Antibiotika einzuschränken, denn dies könne auch die Anzahl der Menschen reduzieren, welche durch Antibiotika bedingte Infektionen schwer erkranken.

Gleichzeitig würde ein verantwortungsvollerer Umgang mit den Medikamenten auch helfen, dem weitverbreiteten Problem der zunehmenden Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken, so die Studienautorin. (as)

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Eiweißarme Ernährung löst durch einzelnes Hormon Erhöhung der Lebenserwartung aus https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/eiweissarme-ernaehrung-loest-durch-einzelnes-hormon-erhoehung-der-lebenserwartung-aus-20220516560176/ Mon, 16 May 2022 12:41:38 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560176 Längeres Leben durch weniger Eiweiß

Eine Ernährung mit nur wenig, aber trotzdem ausreichend Eiweiß, um eine Unterernährung zu vermeiden, verbessert die Lebenserwartung und die Stoffwechselgesundheit. Jetzt wurde festgestellt, dass lediglich ein einziges, aus der Leber stammendes Hormon für diese vorteilhaften Auswirkungen verantwortlich zu sein scheint.

Die Daten einer neuen Studie unter Beteiligung von Fachleuten des Pennington Biomedical Research Center zeigen, dass eine Proteinrestriktion bei Mäusen positive Auswirkungen auf die Lebensspanne und die Stoffwechselgesundheit hat, wobei ein einziges Stoffwechselhormon für den Anti-Aging-Effekt verantwortlich scheint.

Die entsprechenden Studienergebnisse können in dem englischsprachigen Fachblatt „Nature“ nachgelesen werden.

Zu viel Protein reduziert die Lebenserwartung

Übermäßiger Verzehr von proteinreichen Nahrungsmitteln wurde in der Vergangenheit bereits mit einer erhöhten Sterblichkeit in bestimmten Altersgruppen in Verbindung gebracht, berichten die Fachleute.

Dagegen sei eine Einschränkung der Eiweißzufuhr unter Fachleuten zunehmend als Ansatz zur Verbesserung der Stoffwechselgesundheit anerkannt. Allerdings stelle sich die Frage, durch welche Mechanismen diese positive Wirkung ausgelöst wird.

Eine Verringerung der Protein- oder Aminosäurezufuhr könnte zu diesem positiven Effekt beitragen, erläutern die Forschenden. Die neue Untersuchung sollte helfen, diese Annahme zu bestätigen und dafür verantwortliche Quellen identifizieren.

Rolle von FGF21

Die jüngsten Ergebnisse an Mäusen legen nahe, dass das Hormon Fibroblast Growth Factor 21 (FGF21) bei jungen Tieren die metabolischen Auswirkungen der Proteinrestriktion vermittelt.

FGF21 ist ein Schlüsselsignal, das den Körper während der Proteinrestriktion mit dem Gehirn verbindet. Fehlte ein solches Signal in jungen Mäusen, welche eine eiweißarme Ernährung zu sich nahmen, veränderten die Tiere weder ihr Fressverhalten noch ihren Stoffwechsel, berichtet das Team.

Unsere Daten deuten darauf hin, dass FGF21 mit dem Gehirn kommuniziert, und dass die Maus ohne dieses Signal nicht weiß, dass sie eine eiweißarme Ernährung zu sich nimmt. Infolgedessen kann die Maus ihren Stoffwechsel oder ihr Fressverhalten nicht adaptiv verändern“, erläutert Studienautor Professor Dr. Christopher Morrison in einer Pressemitteilung.

Lebenserwartung steigt durch weniger Protein

Es zeigte sich, dass eine proteinarme Ernährung bei gealterten Mäusen positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel hat, indem sie die metabolische Gesundheit verbessert, die Gebrechlichkeit verringert und die Lebensspanne verlängert.

Diese positiven Auswirkungen zeigten sich auch, wenn die Proteinzufuhr bei Mäusen mittleren Alters reduziert wurde und die Tiere waren sogar vor den Nachteilen von Fettleibigkeit geschützt, so die Fachleute.

FGF21 entscheidend für die Lebenserwartung

Da diese positiven Effekte, wie oben erwähnt, bei Mäusen, denen FGF21 fehlte, verloren gingen, liegt der Schluss nahe, dass die Wirkung von FGF21 im Gehirn für die Verbesserung von Gesundheit und Lebenserwartung von entscheidender Bedeutung ist.

Wir haben bereits gezeigt, dass FGF21 im Gehirn wirkt, um die metabolische Gesundheit junger Mäuse zu verbessern, die mit einer eiweißarmen Ernährung gefüttert werden. Diese neuen Daten erweitern diese Arbeit, indem sie zeigen, dass FGF21 auch die metabolische Gesundheit verbessert und die Lebensspanne verlängert“, berichtet Studienautorin Dr. Cristal M. Hill

Die Proteinrestriktion habe die Lebenserwartung erhöht, die Gebrechlichkeit verringert, das Körpergewicht reduziert und Adipositas entgegengewirkt, die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert, die Glukosetoleranz erhöht und verschiedene Stoffwechselmarker im Serum, in der Leber und im Fettgewebe von männlichen Mäusen verändert.

Mäuse, denen FGF21 fehlte, zeigten im frühen Leben keine metabolischen Reaktionen auf die Proteinrestriktion und im späteren Leben waren ein früh einsetzender altersbedingter Gewichtsverlust, eine verringerte körperliche Leistungsfähigkeit, erhöhte Gebrechlichkeit und eine verringerte Lebenserwartung feststellbar.

Diese Daten zeigen, dass eine Proteinrestriktion bei alternden männlichen Mäusen deutlich positive Auswirkungen auf die Lebensspanne und die Stoffwechselgesundheit hat und dass ein einziges Stoffwechselhormon, FGF21, für die Anti-Aging-Wirkung dieser Ernährungsintervention entscheidend ist.

FGF21 koordiniert Stoffwechselgesundheit

Insgesamt sind die Daten ein klarer Beweis dafür, dass FGF21 das erste bekannte Hormon ist, das das Ernährungsverhalten und die Stoffwechselgesundheit koordiniert, um die Lebenserwartung während einer Proteinrestriktion zu verbessern, so Dr. Hill.

Gesundheitliche Probleme im Alter durch FGF21 ausgleichen

Wenn Wissenschaftler besser verstehen, wie Ernährung und Nährstoffhormone wie FGF21 die Lebensspanne verlängern, könnten diese Entdeckungen viele der Gesundheitsprobleme, die im mittleren und höheren Alter auftreten, beheben“, fügt Studienautor Dr. John Kirwan hinzu. (as)

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Krebserkrankungen sind mittlerweile die Haupttodesursache bei Diabetes https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/krebserkrankungen-sind-mittlerweile-die-haupttodesursache-bei-diabetes-20220516560177/ Mon, 16 May 2022 12:39:11 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560177 Diabetes: Erhöhtes Risiko für Krebs

Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Krebsrisiko. Fachleuten zufolge stellen Tumorerkrankungen inzwischen die häufigste Todesursache von Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes dar.

Es ist schon länger bekannt, dass Menschen, die an Diabetes leiden, ein höheres Risiko für bestimmte Krebserkrankungen haben. So steigert die Zuckerkrankheit beispielsweise das Darmkrebsrisiko auf etwa das Zweifache. Durch das Vorbeugen von Diabetes kann das Krebsrisiko gesenkt werden.

Spätfolge von Diabetes

Rund eine halbe Million Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Krebs. 8,5 Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger sind an Diabetes erkrankt, die meisten von ihnen an Typ-2-Diabetes, berichtet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) in einer aktuellen Mitteilung.

Außerdem haben etwa die Hälfte aller Frauen und zwei Drittel der Männer hierzulande Übergewicht. Neben Herz-Kreislauf-Komplikationen sind zunehmend auch Krebserkrankungen eine Spätfolge von Diabetes oder Übergewicht. Mittlerweile sind Karzinome die Haupttodesursache bei Menschen mit Diabetes Typ 2.

Ungesunde Lebensweise spielt eine große Rolle

Bei der Krebsentstehung und dem Tumorwachstum spielen Umwelteinflüsse und eine ungesunde Lebensweise eine wichtige Rolle. Große epidemiologische Untersuchungen haben eine klare Risikobeziehung zwischen Diabetes und Tumoren der weiblichen Brust, der Leber, der Bauchspeicheldrüse sowie des Darms nachgewiesen.

„Laut aktuellen Prognosen werden in den nächsten zehn bis 20 Jahren Übergewicht und Diabetes das Rauchen vom Platz Eins der vermeidbaren Krebsursachen verdrängen. Krebs ist inzwischen die häufigste Todesursache bei Typ-2-Diabetes mellitus“, erläutert Professor Dr. med. Hans Scherübl, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie und Infektiologie am Vivantes Klinikum Berlin.

„Je höher der Body-Mass-Index und je entgleister die Stoffwechsellage sind, desto stärker steigt das persönliche Krebsrisiko“, sagt der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Diabetes und Krebs“ der DDG. An Darmkrebs erkranken Betroffene mit Typ-2-Diabetes oft schon früher als stoffwechselgesunde Menschen und sie haben eine schlechtere Heilungschance.

Viele Erkrankungen vermeidbar

Dabei ließe sich ein Anteil der diabetesassoziierten Tumorerkrankungen durch Diabetesprävention und optimierte Diabetesbehandlung vorbeugen. Auch sind zum Beispiel die Hälfte der Tumoren an Verdauungsorganen oder der Gebärmutter durch Lebensstiländerungen wie unter anderem eine dauerhafte Gewichtsabnahme vermeidbar.

Und 30 Prozent der Krebstodesfälle ließe sich allein durch Nikotinverzicht vorbeugen. Rechtzeitig diagnostiziert und behandelt, haben viele Krebsarten sowie ihre Vorstufen auch eine gute Prognose.

„Wichtig ist daher, alle Menschen mit Diabetes über ihr erhöhtes Krebsrisiko aufzuklären und ihnen Präventions- und Früherkennungsangebote aufzuzeigen“, so Professor Scherübl. Dabei gebe es laut dem Experten Geschlechterunterschiede: Viele Frauen nähmen regelmäßig gynäkologische Kontrolluntersuchungen wahr und hätten dadurch ein stärkeres Bewusstsein dafür.

Aber Männer hierzulande seien eher „Gesundheitsmuffel“ und schlechter erreichbar, wenn es um Früherkennungsuntersuchungen gehe. (ad)

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Zöliakie: Medikamentöse Behandlung von Glutenunverträglichkeit https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/zoeliakie-medikamentoese-behandlung-von-glutenunvertraeglichkeit-20220516560161/ Mon, 16 May 2022 11:42:32 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560161 Glutenunverträglichkeit: Bald Medikamente gegen Zöliakie?

Die bislang einzige wirksame Therapieoption für Menschen, die an Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) leiden, ist eine streng glutenfreie Diät. Allerdings wird schon seit längerem an einer medikamentösen Behandlung geforscht. Fachleute gehen davon aus, dass es in Zukunft zur Zulassung solcher Medikamente kommen wird.

Wie es in einer aktuellen Mitteilung des Columbia University Irving Medical Center (CUIMC) heißt, besteht die einzig sichere und wirksame Behandlung der Zöliakie darin, Speisen und Getränke zu vermeiden, die Gluten enthalten, ein Protein, das natürlicherweise in Weizen, Gerste und Roggen vorkommt. Aber das ist leichter gesagt als getan: Denn Gluten ist fast überall.

Gluten in zahlreichen Lebensmitteln enthalten

Gluten ist nicht nur in Nudeln, Brot und Bier zu finden, es kann sich auch in Schokoriegeln, Tortillas und Sojasauce verstecken. Die schiere Allgegenwart von Gluten bedeutet, dass eine wirklich glutenfreie Ernährung fast unmöglich zu erreichen ist.

„Eine glutenfreie Ernährung ist keineswegs ein Allheilmittel“, sagt Dr. Benjamin Lebwohl, Direktor der klinischen Forschung am Zöliakiezentrum der Columbia University. Dem Mediziner zufolge geben etwa ein Fünftel der Personen mit Zöliakie bei Umfragen an, dass sie sich nicht wohl fühlen. Der häufigste Grund dafür sei eine kürzlich versehentliche Glutenexposition.

Die strikte Einhaltung einer glutenfreien Ernährung ist auch mit sozialen Unannehmlichkeiten verbunden, insbesondere beim Essen gehen und Reisen.

„Aus diesen Gründen suchen viele Unternehmen und Forschende nach Medikamenten zur Behandlung von Zöliakie zusätzlich zu – oder anstelle – der glutenfreien Ernährung.“

Medikamente werden bereits getestet

In den letzten Jahren wurden verschiedene potentielle Präparate zur medikamentösen Therapie für Zöliakie entwickelt. Einige dieser Kandidaten wirken, indem sie die Folgen einer versehentlichen Glutenexposition verhindern.

Beispielsweise enthält Latiglutenase, das zu den Mahlzeiten eingenommen wird, Enzyme, die Gluten im Magen abbauen, wodurch das Protein für Betroffene mit Zöliakie unproblematisch wird.

Larazotid hingegen wirkt indem es die innere Auskleidung des Dünndarms vor Glutenbestandteilen schützt, die durch den Magen-Darm-Trakt gelangen.

Und ein noch unbenanntes Medikament namens PRG-015 soll die Entzündungsreaktion des Körpers bei Kontakt mit kleinen Mengen Gluten dämpfen. Alle drei dieser Verbindungen werden in laufenden klinischen Studien der Columbia University getestet.

Unterschiedliche Wirkmechanismen

Eine zweite Kategorie von Medikamenten versucht, das Immunsystem der Patientinnen und Patienten so umzuerziehen, dass es nicht mehr auf Gluten reagiert. Freiwillige nahmen kürzlich an einer Frühphasenstudie der Columbia University zu KAN-101 teil.

Dabei handelt es sich um eine Therapie, bei der Menschen mit Zöliakie kleine Glutenfragmente verabreicht bekommen, die so verpackt sind, dass sie die Toleranz fördern.

Wenn sich diese Kategorie von Medikamenten als wirksam erweist, können sie es Menschen mit Zöliakie ermöglichen, Gluten ohne schädliche Folgen zu sich zu nehmen.

Zulassung innerhalb eines Jahrzehnts erwartet

Columbias Coeliac Disease Center hat ein aktives klinisches Forschungsprogramm, das Freiwillige rekrutiert, um an mehreren Studien für diese potenziellen Behandlungen teilzunehmen. „Keiner dieser Fortschritte wäre möglich ohne engagierte freiwillige Patienten, die motiviert sind, an klinischen Studien teilzunehmen“, sagt Lebwohl.

„Unser Ziel ist es, eine Vielzahl von Studien durchzuführen, damit wir bei den vielversprechendsten Therapien für Zöliakie an vorderster Front stehen können.“ Lebwohl ist optimistisch, dass klinische Studien innerhalb des nächsten Jahrzehnts zur Zulassung mindestens eines dieser Kandidaten führen könnten.

„Die Anzahl der in der Entwicklung befindlichen Medikamente und die Vielfalt der Mechanismen machen es wahrscheinlich, dass einer dieser Ansätze die Entwicklung einer sicheren und wirksamen nicht diätetischen Therapie ermöglichen wird“, so der Experte. (ad)

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Risiko für Herzinfarkte durch Prädiabetes fast verdoppelt https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/risiko-fuer-herzinfarkte-durch-praediabetes-fast-verdoppelt-20220516560126/ Mon, 16 May 2022 10:52:54 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560126 Zusammenhang zwischen Prädiabetes und Herzinfarkten

Wenn Menschen im jungen Erwachsenenalter unter Prädiabetes leiden, verdoppelt dies nahezu ihr Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden. Prädiabetes lässt sich jedoch oft mit relativ einfachen Maßnahmen erfolgreich behandeln.

In einer neuen Analyse unter Beteiligung von Fachleuten der American Heart Association (AHA) wurde festgestellt, dass es einen erheblichen Einfluss auf das Herzinfarkt-Risiko hat, wenn junge Erwachsene unter Prädiabetes leiden. Die entsprechenden Studienergebnisse wurden auf den Scientific Sessions 2022 der American Heart Association’s Quality of Care and Outcomes Research präsentiert.

Was ist Prädiabetes?

Prädiabetes bezeichnet einen Zustand, bei dem der Blutzuckerspiegel höher als normal ausfällt, mit einem Nüchternblutzucker von 100 bis 125 mg/dL, der Blutzuckerspiegel jedoch nicht hoch genug ist, um als Typ-2-Diabetes diagnostiziert zu werden.

Gesundheitliche Risiken durch Prädiabetes

Prädiabetes wird mit einigen strong>schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen in Zusammenhang gebracht und gilt als die Vorstufe von Typ-2-Diabetes. Prädiabetes ist zudem relativ weit verbreitet – auch bei jungen Erwachsenen.

Prädiabetes erhöht Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Prädiabetes kann, wenn er unbehandelt bleibt, die Gesundheit erheblich beeinträchtigen und sich zu Typ-2-Diabetes entwickeln, der bekanntermaßen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht“, berichtet Studienautor Dr. Akhil Jain vom Mercy Catholic Medical Center in Darby in den USA in einer Pressemitteilung der American Heart Association.

Herzinfarkte unter jungen Erwachsenen nehmen zu

Da Herzinfarkte zunehmend bei jungen Erwachsenen auftreten, konzentrierte sich unsere Studie darauf, die Risikofaktoren für diese junge Bevölkerungsgruppe zu definieren, damit künftige wissenschaftliche Richtlinien und gesundheitspolitische Maßnahmen besser auf die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Zusammenhang mit Prädiabetes eingehen können“, so der Mediziner.

Tatsächlich zeigte sich innerhalb der Untersuchung, dass junge Erwachsene mit überdurchschnittlich hohen Blutzuckerwerten, welche ein Anzeichen für Prädiabetes sind, häufiger wegen eines Herzinfarkts ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, als dies bei gleichalterigen Menschen mit normalen Blutzuckerwerten der Fall ist.

Die Fachleute stellten in ihrer Analyse fest, dass 31.000 (0,4 Prozent) Menschen von mehr als 7,8 Millionen jungen erwachsenen Personen, die im Jahr 2018 in den USA wegen eines Herzinfarkts in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, Blutzuckerwerte aufwiesen, welche als Prädiabetes zu bewerten sind.

Massiv erhöhtes Risiko für Herzinfarkt durch Prädiabetes

Litten diese jungen Menschen unter Prädiabetes, lag die Inzidenz eines Herzinfarkts bei 2,15 Prozent, verglichen mit jungen Erwachsenen mit normalen Blutzuckerwerten, bei denen das Risiko lediglich 0,3 Prozent betrug.

Häufiger hohe Cholesterinspiegel und Übergewicht

Außerdem litten erwachsene Personen mit Prädiabetes häufiger unter einem hohen Cholesterinspiegel (68,1 Prozent) und Übergewicht (48,9 Prozent). Bei gleichalterigen gesunden Personen lag dagegen die Wahrscheinlichkeit für einen einen hohen Cholesterinspiegel bei 47,3 Prozent und für Übergewicht bei 25,7 Prozent.

Fast doppelt so hohes Risiko für Herzinfarkte

Nach Berücksichtigung verschiedener beeinflussender und modifizierender Faktoren fanden wir heraus, dass junge Erwachsene mit Prädiabetes ein 1,7-fach höheres Risiko hatten, wegen eines Herzinfarkts ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, als Gleichaltrige ohne Prädiabetes“, erläutert Dr. Jain.

Der Experte fügt hinzu, dass junge erwachsene Menschen, welche unter Prädiabetes leiden, zwar ein höheres Risiko für einen Herzinfarkt aufweisen, trotzdem seien andere schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse wie beispielsweise ein Schlaganfall nicht häufiger aufgetreten.

Prädiabetes kann rückgängig gemacht werden

Die Fachleute weisen darauf hin, dass Prädiabetes zwar eine Vorstufe von Typ-2-Diabetes und anderen schwerwiegenden gesundheitlichen Komplikationen darstellt, die Vorerkrankung jedoch rückgängig gemacht werden kann. Dabei ähneln Gegenmaßnahmen häufig denen von Herzkrankheiten.

Einfluss des Lebensstils auf Prädiabetes

Wenn der Blutzuckerspiegel die Kriterien für Prädiabetes erfüllt, ist dies ein Weckruf, um Maßnahmen zu ergreifen“, so Dr. Eduardo Sanchez von der American Heart Association.

Für Menschen mit Prädiabetes sei es wichtig zu wissen, dass Änderungen des Lebensstils der Schlüssel zur Verbesserung ihres Blutzuckerspiegels und ihrer allgemeinen Gesundheit sind, um Prädiabetes möglicherweise rückgängig zu machen und Typ-2-Diabetes zu verhindern

Prädiabetes erfolgreich stoppen

Wenn eine Diagnose von Prädiabetes vorliegt, können verschiedene Maßnahmen, wie eine gesunde Ernährung, körperliche Aktivität und im Fall eines zu hohen Gewichts, auch eine Gewichtsabnahme, oftmals eine Normalisierung der Blutzuckerwerte erreichen.

Die Fachleute raten Raucherinnen und Rauchern mit Prädiabetes außerdem dazu, das Rauchen aufzugeben bzw. an einem Programm zur Raucherentwöhnung teilzunehmen.

Zudem könne eine Stressreduzierung durchaus große Auswirkungen auf viele verschiedene Lebensbereiche mit sich bringen und ebenfalls einen Unterschied ausmachen. (as)

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Hypertonie: Bluthochdruckkrisen können gefährliche Folgen haben https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/hypertonie-bluthochdruckkrisen-koennen-gefaehrliche-folgen-haben-20220516560139/ Mon, 16 May 2022 08:59:12 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560139 Bluthochdruck: Schon ein Fünftel der männlichen Jugendlichen betroffen

Millionen Menschen haben Bluthochdruck (Hypertonie). Auch immer mehr Jugendliche sind davon betroffen. Besonders gefährlich sind Bluthochdruckkrisen. Diese können gefährliche Folgen haben und zu Verwirrtheit, Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit führen.

Bluthochdruck trifft nicht nur Erwachsene, auch immer mehr Kinder und Jugendliche leiden darunter. In den meisten Fällen ist Übergewicht beziehungsweise Fettleibigkeit (Adipositas) die Ursache. Bleibt zu hoher Blutdruck unbehandelt, kann dies schwerwiegende Folgen haben.

Jungen häufiger betroffen als Mädchen

Die Medizinische Universität (MedUni) Wien macht in einer Mitteilung zum Welt-Hypertonietag am 17. Mai auf die steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Blutdruck aufmerksam.

Insbesondere in der Pubertät treten immer häufiger gesundheitlich bedenkliche Werte auf, wobei Jungen drei bis vier Mal häufiger betroffen sind als Mädchen: Schon rund 20 Prozent der männlichen Jugendlichen haben Bluthochdruck.

Als Gründe für primäre, also nicht durch eine Erkrankung ausgelöste Hypertonie im jungen Alter gelten laut den Fachleuten neben Adipositas und Bewegungsmangel zunehmend auch chronische psychische Belastungen.

Zunehmende langanhaltende Belastungen

Hauptursache für das immer häufiger auftretende gesundheitliche Risiko im jungen Alter ist wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge Fettleibigkeit: Während primäre Hypertonie bei
1,4 Prozent der normalgewichtigen und 7,1 Prozent der übergewichtigen Teenagern auftritt, erhöht sich der Anteil bei adipösen Jugendlichen auf 25 Prozent.

„Insbesondere das Bauchfett bei erhöhtem Bauchumfang steht mit Bluthochdruck und frühzeitigen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems in Verbindung“, erläutert Susanne Greber-Platzer, Leiterin der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien.

Bewegungsmangel wiederum führt zu einem dreifach erhöhten Risiko für Bluthochdruck. Auch die im Kindes- und Jugendalter zunehmenden langanhaltenden Belastungen mit Angst, Druck sowie Stress stehen im Zusammenhang mit einem Blutdruckanstieg.

Direkte Auswirkungen haben vor allem zuckerhaltige Getränke und salzreiche Speisen. Darüber hinaus lässt starkes Größenwachstum, wie es in der Pubertät vor allem bei Jungs auftritt, den Blutdruck oftmals in die Höhe schnellen. Eine weitere Rolle können auch Frühgeburtlichkeit, ein niedriges Geburtsgewicht sowie genetische Disposition spielen.

Akut auftretende hohe Blutdruckspitzen

Bei der Bluthochdruck-Messung werden bei Kindern unter 15 Jahren Faktoren wie Alter, Geschlecht und Körpergröße berücksichtigt. Bei Jugendlichen ab 16 Jahren gelten wie auch bei Erwachsenen nach drei unabhängigen Messungen Werte über 140/90 als hypertensiv.

Wie Erwachsene spüren auch Kinder und Jugendliche Bluthochdruck nicht, weshalb das gesundheitliche Problem häufig unerkannt bleibt.

Wenn allerdings immer wieder Kopfschmerzen, Schwindel oder Nasenbluten auftreten, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Besonders gefährlich sind sogenannte Bluthochdruckkrisen, also akut auftretende hohe Blutdruckspitzen, die zu Verwirrtheit und Krampfanfällen bis zu Bewusstlosigkeit führen können.

Wichtigkeit von Blutdruck-Messungen

Langfristig drohen bei unbehandeltem Bluthochdruck eine kontinuierliche Schädigung der Gefäßwände und Belastung des Herzens mit kardiovaskulären Folgeschäden bis hin zum Herzinfarkt oder Schlaganfall bereits im jungen Erwachsenenalter.

„Um das möglichst zu verhindern, wäre ein Screening ab dem dritten Lebensjahr ideal“, erklärt Susanne Greber-Platzer die Wichtigkeit von Blutdruck-Messungen bei Kindern und Jugendlichen zumindest alle zwei Jahre.

Denn nur so könnten rechtzeitig Lebensstiländerungen oder falls nötig eine medikamentöse Therapie durch pädiatrische Spezialistinnen und Spezialisten eingeleitet werden.

Wenn der Bluthochdruck durch eine Erkrankung verursacht wird (sekundäre Hypertonie), so muss diese entsprechend behandelt werden, um die erhöhten Werte senken zu können. So führt
beispielsweise der im jungen Alter oft auftretende Diabetes mellitus Typ I bei bis zu 15 Prozent der Betroffenen zu Bluthochdruck. (ad)

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COVID-19: Diese Zellmutationen bestimmen schweren Krankheitsverlauf https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/covid-19-diese-zellmutationen-bestimmen-schweren-krankheitsverlauf-20220516560128/ Mon, 16 May 2022 07:30:43 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560128 Schwerer COVID-19-Verlauf durch bestimmte Zellmutationen

Bei den meisten Menschen, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anstecken, treten nur leichte, grippeähnliche oder gar keine Symptome auf. Aber manche Infizierte erkranken schwer an COVID-19. Grund dafür können bestimmte Zellmutationen sein, wie Forschende nun berichten.

Bestimmte genetische Voraussetzungen von Menschen beeinflussen maßgeblich ihre Immunantwort gegen SARS-CoV-2. Eine Forschungsgruppe konnte jetzt zeigen, dass bestimmte genetische Varianten des CD16a Antikörperrezeptors mit dem Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung einhergehen. Rund 15 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Die Ergebnisse wurden in dem Fachjournal „Genetics in Medicine“ veröffentlicht.

Genetische Varianten des CD16a Antikörperrezeptors

Wie in einer aktuellen Mitteilung der Medizinischen Universität (MedUni) Wien erklärt wird, spielen natürliche Killerzellen (NK-Zellen) eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Virusvermehrung bereits in der Anfangsphase viraler Infektionen.

Diese NK-Zellen weisen auf ihrer Oberfläche spezielle Rezeptoren auf, die an einen Teil der Antikörper binden, die spezifisch gegen Viren gebildet werden. Dadurch wird eine antikörperabhängige Aktivierung der Killerzellen (ADCC) ermöglicht, welche zur Zerstörung der virusinfizierten Zellen führt und die Ausschüttung von entzündungsfördernden Faktoren auslöst.

Diese Interaktion zwischen Antikörper sowie NK-Zell Oberflächenrezeptor wird durch bestimmte genetische Faktoren beeinflusst, die entweder in stark (hoch-affin) oder schwach (niedrig-affin) bindenden genetischen Rezeptorvarianten resultiert.

Eine Forschungsgruppe des Zentrums für Virologie der MedUni Wien unter der Leitung von Hannes Vietzen und Elisabeth Puchhammer-Stöckl hat jetzt in Kooperation mit Alexander Zoufaly aus der Klinik Favoriten gezeigt, dass bestimmte genetische Varianten des CD16a Antikörperrezeptors mit dem Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung einhergehen.

Rund 15 Prozent der Bevölkerung betroffen

In ihrer Studie zeigen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass Personen, die aufgrund einer SARS-CoV-2-Infektion mit schwerem Krankheitsverlauf hospitalisiert werden mussten, signifikant häufiger die hoch-affine Variante des CD16a Rezeptors aufwiesen.

Diese hoch-affine Variante kommt nur in etwa 15 Prozent der Bevölkerung vor, und Trägerinnen und Träger dieser Variante weisen ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe auf.

Besonders häufig war diese hoch-affine Variante bei Patientinnen und Patienten, die mit COVID-19 auf Intensivstationen behandelt werden mussten oder mit COVID-19 verstarben.

Hohe Ausschüttung von entzündungsfördernden Faktoren

In anschließenden Zellkulturexperimenten konnten die Forschenden zeigen, dass diese hoch-affine Variante des Antikörperrezeptors zu einer signifikant gesteigerten Antikörper-abhängigen Aktivierung von NK-Zellen und zu einer besonders hohen Ausschüttung von entzündungsfördernden Faktoren führt.

„Bei der Antikörper-abhängigen Aktivierung von NK-Zellen handelt es sich um eine relativ späte Immunantwort. Diese späte Immunantwort scheint nun nicht mehr zur Kontrolle der SARS-CoV-2 Virusvermehrung, sondern durch eine überschießende Immunreaktion zu einer Verschlechterung der COVID-19-Erkrankung beizutragen“, erklärt Hannes Vietzen.

Laut der Mitteilung handelt es sich bei den Tests um wissenschaftliche Spezialuntersuchungen. Eine routinemäßige Untersuchung in Labors auf diese Parameter ist nicht angedacht, weil es derzeit keine auf diese genetische Prädisposition abzielenden therapeutischen und präventiven Möglichkeiten gibt, um das Risiko einer schwer verlaufenden COVID-19 zu verringern.

Die genetische Prädisposition ist dabei nur einer von mehreren Faktoren, die die Schwere der Erkrankung beeinflussen. (ad)

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Schuppenflechte: Neue Technologie ermöglicht bessere Behandlung der Hautkrankheit https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/schuppenflechte-neue-technologie-ermoeglicht-bessere-behandlung-der-hautkrankheit-20220516560112/ Mon, 16 May 2022 05:23:27 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560112 Schuppenflechte: Bessere Behandlungskontrolle mit neuem Scanner

Weltweit leiden etwa 160 Millionen Menschen an Schuppenflechte. Hierzulande sind rund zwei Millionen Personen davon betroffen. Heilbar ist die Hautkrankheit bislang nicht. Doch die chronisch entzündliche Erkrankung ist behandelbar. Helfen könnte dabei ein neuer Scanner. Diese Technologie ermöglicht laut einer Studie eine bessere Behandlung.

Eine klinische Studie bestätigt den Erfolg eines neuen Scanners für die Behandlungskontrolle von Schuppenflechte. Mit der neuen Technologie kann tiefer in die Haut der Betroffenen geblickt werden, als dies mit bisherigen klinischen Methoden möglich war. Somit kann besser eingeschätzt werden, wie stark die Krankheit ausgeprägt ist und wie gut eine Behandlung anschlägt. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlicht.

Stark beeinträchtigte Lebensqualität

Wie das Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH) in einer aktuellen Mitteilung schreibt, leiden rund 160 Millionen Menschen, das sind etwa zwei Prozent der Weltbevölkerung, an Schuppenflechte.

Die chronisch entzündliche Hautkrankheit verursacht rötlich schuppige und juckende Veränderungen der Haut. Viele Patientinnen und Patienten fühlen sich in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt.

Bislang gibt es keine Heilung für Schuppenflechte, doch geeignete Therapien können zumindest die Symptome lindern. Umso wichtiger ist eine genaue Kontrolle der Behandlung für das Wohlbefinden der Betroffenen. Diese gestaltet sich aber schwierig, weil das Ausmaß der Erkrankung unter der Haut nicht sichtbar ist.

Potenzial der Technologie bestätigt

Jetzt zeigt die klinische Studie mit dem neuen, von Helmholtz Munich und der Technischen Universität München (TUM) entwickelten Scanner eine bessere Behandlungskontrolle mit 19 an Schuppenflechte erkrankten Personen.

Die Forschenden schauten dabei insbesondere darauf, wie Medikamente unter der Haut wirkten und erhielten weitaus detailliertere Informationen im Vergleich zu herkömmlichen Untersuchungen, die allein auf der visuellen Einschätzung von Dermatologinnen und Dermatologen beruht.

Das liegt an der besonders präzisen Bildgebungstechnologie, die dem Scanner zu Grund liegt: Raster Scan Optoacoustic Mesoscopy, kurz RSOM.

Den Angaben zufolge wird dabei ein ungefährlicher Lichtstrahl auf die betroffene Haut gerichtet, so dass der Scanner die Absorption des Lichts im Gewebe „hören“ und Krankheitsmarker mit großer Genauigkeit erkennen kann. Das Ergebnis sind hochauflösende Bilder der untersuchten Hautpartien.

Laut den Forschenden bestätigt die Studie damit das Potenzial der Technologie und steigert die Hoffnung auf präzisere Kontrollmethoden und bessere Behandlungsmöglichkeiten. Die Scanner könnten weltweit in Kliniken zum Einsatz kommen, eine Zertifizierung ist bis Ende 2022 geplant. (ad)

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Virusinfektionen: Polymer effektiv gegen verschiedene Krankheitserreger https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/virusinfektionen-polymer-effektiv-gegen-verschiedene-krankheitserreger-20220515560107/ Sun, 15 May 2022 11:06:53 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560107 Polymer für antivirale Prophylaxe und Behandlung von Virusinfektionen

Viele Viren sind hochinfektiös und verbreiten sich schnell von Mensch zu Mensch. Aktuelles Beispiel ist das Coronavirus SARS-CoV-2. Forschende berichten nun, dass ein negativ geladenes Polymer gegen diesen Krankheitserreger und verschiedene andere Viren effektiv eingesetzt werden könnte.

Einem internationalen Forschungsteam ist es gelungen, das Polymer Polystyrolsulfonat (PSS) chemisch so zu optimieren, dass es für die antivirale Prophylaxe sowie die Behandlung von Virusinfektionen effektiv eingesetzt werden könnte – und zwar sowohl gegen SARS-CoV-2 und HIV-1, als auch gegen Zika-, Herpes- und Erkältungsviren. Die von den Universitäten Ulm und Aarhus (Dänemark) geleitete Studie wurde in dem Fachjournal „Advanced Science“ veröffentlicht.

Antiviraler Eintrittshemmer

Die Vermehrung und Ausbreitung von Viren wird am besten dadurch verhindert, indem ihnen der Zutritt zur Zelle verwehrt wird. Aber wirksame Eintrittshemmer, die unterschiedliche Viren-Familien und -arten in Schach halten, lassen noch immer auf sich warten. Bislang ist kein solcher Wirkstoff klinisch verfügbar.

Hoffnung verspricht jetzt ein Forschungsprojekt des Uniklinikums Ulm und der Aarhus Universität in Dänemark.

„Wir haben ein negativ geladenes Polymer entwickelt, das den Eintritt von Viren in die Zellen verhindern kann. Wir vermuten, dass sich das Polymer um virale Hüllproteine wickelt und durch seine Ladung die Interaktion mit den Rezeptorproteinen der Zelle stört“, erläutert der Erstautor der Studie, Rüdiger Groß vom Institut für Molekulare Virologie des Uniklinikums Ulm, in einer Mitteilung.

Wirksamkeit weiter erhöht

Die Ulmer Forschenden konnten bereits in früheren Untersuchungen zeigen, dass das Polystyrolsulfonat (PSS) – so die chemische Bezeichnung dieses Polymers – ein effektiver antiviraler Eintrittshemmer ist.

Nun haben sie laut Professor Jan Münch, Co-Leiter des Ulmer Instituts für Molekulare Virologie, der die Studie gemeinsam mit seinem dänischen Kollegen Professor Alexander N. Zelikin von der Universität Aarhus koordiniert hat, unterschiedliche chemische Optimierungsstrategien untersucht und evaluiert, inwiefern sie die Breitenwirksamkeit des Polymers verbessern.

Dem dänischen Wissenschaftler zufolge ist es ihnen gelungen, mit längeren Polymer-Ketten und der Kopplung an Gold-Nanopartikel die Wirksamkeit gegen die meisten Viren weiter zu erhöhen.

Hemmende Effekte gegen diverse Viren

Mit Zellkultur-Experimenten konnten die Forschenden zeigen, dass das chemisch optimierte PSS antiviral wirksam gegen SARS-CoV-2 ist; und dies gilt auch für die Omikron-Variante.

Außerdem wurden hemmende Effekte gegen HIV-1, Herpes Simplex Virus-1, gegen das Zika-Virus und das respiratorische Synzytial-Virus RSV sowie gegen die Erkältungscoronaviren OC43 und NL63 nachgewiesen.

An Mäusen hat das Team dann die Verträglichkeit des Wirkstoffs getestet. Dabei kam heraus, dass PSS sehr gut vertragen wird, wenn es intranasal verabreicht wird – zum Beispiel über ein Nasenspray. Zudem konnte mit entsprechenden Mausmodellen demonstriert werden, dass die Behandlung mit PSS eine Infektion mit SARS-CoV-2 und RSV abschwächen.

„Mit unserer Studie konnten wir nachweisen, dass chemisch optimierte Polymere auf der Grundlage von Polystyrolsulfonat vielversprechende Kandidaten sind für die Entwicklung breit wirksamer antiviraler Eintrittshemmer“, berichten die Forscherinnen und Forscher.

Derzeit arbeitet das Team daran, die lokale Anwendung von PSS – etwa als Spray oder Nebulisator – zur Behandlung oder Prävention von respiratorischen Viruserkrankungen in weiteren Modellen zu untersuchen. (ad)

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Lymphödem: Symptome ohne Medikamente lindern https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/lymphoedem-symptome-ohne-medikamente-lindern-20220515560101/ Sun, 15 May 2022 09:37:42 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560101 Lymphödem: Diese Verfahren könnten Betroffenen helfen

Ein Lymphödem ist eine Schwellung, die entsteht, wenn sich Lymphflüssigkeit im Gewebe staut. Diese oft schmerzhaften Flüssigkeitsansammlungen entstehen häufig an Armen und Beinen (umgangssprachlich: „Wasser in den Beinen“). Fachleute berichten nun, welche nicht medikamentösen Verfahren Betroffenen Linderung verschaffen könnten.

Wie auf dem Portal „gesund.bund.de“ des Bundesministeriums für Gesundheit erklärt wird, entsteht ein Lymphödem, wenn die Lymphe nicht richtig abfließen kann und sich staut. Dies passiert häufig bei Krebserkrankungen und Krebstherapien. Es gibt jedoch auch andere Ursachen für diese oft schmerzhaften Flüssigkeitsansammlungen, die häufig in den Beinen auftreten (Flüssigkeit im Bein). Fachleute berichten nun, dass die Symptome auch ohne Medikamente gelindert werden könnten.

Vier Maßnahmen könnten helfen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Evidenz in der Medizin am Universitätsklinikum Freiburg haben im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) die Frage untersucht, ob sich durch nicht medikamentöse Verfahren die Symptome eines fortgeschrittenen Lymphödems lindern lassen.

Laut einer aktuellen Mitteilung kommen die Fachleute zu dem Ergebnis, dass es für vier Maßnahmen Anhaltspunkte für einen Nutzen im Hinblick auf einzelne patientinnen- und patientenrelevante Endpunkte gibt, und zwar für:

  • Die Kompressionstherapie (Kompressionsbandagen oder -armstrümpfe üben einen leichten Druck auf den Arm aus und erleichtern so den Abtransport der Lymphflüssigkeit aus den Lymphgefäßen)
  • Heimprogramme (Patientinnen und Patienten führen nach professioneller Unterweisung zu Hause eigenständig bestimmte Bewegungs- und Atemübungen durch oder wenden Selbstmassagetechniken an)
  • Operationen zum Lymphknotentransfer (mehrere Lymphknoten mit eigenem Blutgefäßsystem werden aus einer gesunden Körperregion entnommen und dann mit den Blutgefäßen in der erkrankten Lymphödem-Region verbunden)
  • Intermittierende pneumatische Kompression (mit einer an eine Pumpe angeschlossenen Manschette wird wechselnder Druck beispielsweise auf einen Arm aufgebaut, um angestaute Flüssigkeit aus dem Arm zu drücken)

Oft lebenslange Behandlung nötig

Lymphödeme können entstehen, wenn Lymphgefäße oder Lymphknoten geschädigt sind und sich dadurch Lymphflüssigkeit im Gewebe ansammelt. Häufige Ursache ist beispielsweise die Entfernung von Lymphknoten im Rahmen einer Krebsbehandlung, etwa bei Brustkrebs.

Bei einem Lymphödem schwillt zuerst das betroffene Körperteil an und es kann zu Schmerzen sowie zu einer Einschränkung der Beweglichkeit kommen. Wenn die Schwellung über längere Zeit bestehen bleibt, kann dies dazu führen, dass die Flüssigkeit sehr tief in das Bindegewebe eindringt.

Daraus kann dann eine Fibrose entstehen: eine Verdichtung und Verhärtung des Gewebes, die sehr schwer zu behandeln ist.

Ein fortgeschrittenes Lymphödem geht für die Betroffenen häufig mit einer erheblich eingeschränkten Lebensqualität einher, zumal oft eine jahrelange oder sogar lebenslange Behandlung des Lymphödems nötig ist, um die Beschwerden zu lindern und Komplikationen vorzubeugen.

Keine vollständige Nutzen-Schaden-Abwägung

Die komplexe physikalische Entstauungstherapie gilt aktuell als die Standardtherapie zur Behandlung von Lymphödemen. Sie besteht aus fünf verschiedenen Komponenten: der manuellen Lymphdrainage, der Kompressionstherapie, entstauungsförderndem Sport oder Bewegungstherapie, Hautpflege sowie Aufklärung beziehungsweise Schulungen zur Selbsttherapie.

Beispiele für weitere nicht medikamentöse Verfahren zur Behandlung von Lymphödemen sind die Kompressionsbehandlung, Heimprogramme, der vaskularisierte Lymphknotentransfer und auch andere Operationen.

Die Freiburger Expertinnen und Experten konnten 23 Studien identifizieren, in denen ein breites Spektrum an nicht medikamentösen Verfahren bei fortgeschrittenem Lymphödem untersucht wurde. Die meisten Studien (20 von 23) untersuchten Frauen mit Brustkrebs. Die Auswertung der Studien zeigte keine klare Überlegenheit für eine oder mehrere bestimmte Therapien.

Anhaltspunkte für einen Nutzen im Hinblick auf einzelne patientinnen und -patientenrelevante Endpunkte konnte die Freiburger Forschungsgruppe aber für die Kompressionsbehandlung, Heimprogramme, den vaskularisierten Lymphknotentransfer sowie die intermittierende pneumatische Kompression ableiten.

Allerdings war dabei eine vollständige Nutzen-Schaden-Abwägung in der Regel nicht möglich, weil die wenigsten Studien unerwünschte Ereignisse erhoben. Auch ist die Übertragbarkeit der Ergebnisse limitiert, da die für den Bericht als relevant identifizierten Studien nahezu ausschließlich Betroffene mit Arm-Lymphödem nach Brustkrebstherapie untersuchten. (ad)

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Krebserregende Schadstoffe in Lebensmitteln und Kindernahrung https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/krebserregende-schadstoffe-in-lebensmitteln-und-kindernahrung-20220515560092/ Sun, 15 May 2022 09:00:50 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560092 Lebensmittel mit gefährlichen Schadstoffen kontaminiert

Bei der Untersuchung von diversen Lebensmitteln und Säuglings- sowie Kindernahrung wurden Kontaminationen mit krebserregenden Schadstoffen festgestellt. Allerdings wurden die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgehalte für die Substanzen meist eingehalten.

Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) berichtet in einer aktuellen Mitteilung, dass sie im Zeitraum von 2015 – 2020 mehr als 1.000 relevante Lebensmittelproben sowie über 250 Säuglings- und Kindernährmittel auf Glycidol, 2- und 3-MCPD untersucht hat. Die Fachleute stellten fest, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgehalte überwiegend eingehalten wurden.

Unerwünscht in Lebensmitteln

Wie in der Mitteilung erklärt wird, gehören Glycidol, 2- und 3-MCPD zu den sogenannten Prozesskontaminanten, genauer gesagt zu den Hitzekontaminanten.

Die Substanzen entstehen vor allem bei der Raffination (Entfernung von unangenehmen Geschmacks- und Geruchsstoffen) von pflanzlichen Fetten und Ölen und können somit in allen raffinierten pflanzlichen Fetten und Ölen und allen Lebensmitteln vorkommen, die diese als Zutat enthalten.

Diese Kontaminanten sind unerwünscht in Lebensmitteln, weil Glycidol als krebserregend und erbgutschädigend eingestuft ist und 3-MCPD als möglicherweise krebserregend für den Menschen gilt. Die gesundheitlichen Auswirkungen von 2-MCPDs sind derzeit noch nicht ausreichend untersucht.

Über 1.000 relevante Lebensmittelproben untersucht

Die AGES hat im Zeitraum von 2015 – 2020 über 1.000 relevante Lebensmittelproben untersucht: Aufstriche, Brot & Gebäck, Feinbackwaren & Knabbergebäck, Frittieröle & Frittierfette, Konserven & Fertiggerichte, Pflanzliche Speisefette, Speiseöle Mischungen, Speiseöle Sortenrein, Spezial-Öle, Streichfette, Würzsaucen und Zuckerwaren.

Den Angaben zufolge wurden die höchsten Glycidol-Gehalte in den Lebensmittelgruppen „Frittieröle und -fette“ und „Pflanzliche Speisefette“ bestimmt.

Deswegen werden auch vor allem Fette und Öle auf diese Hitzekontaminanten untersucht. Die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgehalte für Glycidol und 3-MCPD wurden jedoch überwiegend eingehalten.

Maßnahmen zur Reduzierung der Schadstoffe

Seitens der Lebensmittelunternehmen und Hersteller werden seit 2016 Maßnahmen zur Reduzierung von Glycidol, 3-MCPD und 2-MCPD eingeleitet und umgesetzt. Diese Maßnahmen basieren auf der Optimierung von Produktions- sowie Herstellungsverfahren.

Auf politischer Ebene wurden durch die Festsetzung von EU-Höchstgehalten sowie durch die verstärkte Kontrolle von Lebensmitteln auf nationaler Ebene weitere Maßnahmen zur Minimierung ergriffen. Laut der AGES haben diese Maßnahmen bereits erste Wirkung in den Warengruppen Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung gezeigt.

„Wir haben zwischen 2015 und 2020 über 250 Säuglings- und Kindernährmittel auf Glycidol, 3-MCPD und 2-MCPD untersucht. Die Untersuchungsergebnisse zeigen niedrige durchschnittliche Konzentrationen“, heißt es in der Mitteilung.

Kaum Überschreitungen der Höchstgehalte

Säuglingsanfangsnahrung, Folgenahrung, pflanzliche Öle und Fette, die zur Herstellung von Beikost und Getreidebeikost für Säuglinge und Kleinkinder bestimmt sind, sind aktuell mit Höchstgehalten geregelt.

Bei den Untersuchungen der AGES gab es kaum Überschreitungen der Höchstgehalte für Glycidol und 3-MCPD.

In der aktuellen Mitteilung sowie auf ihrer Webseite hat die AGES einige Tipps zusammengefasst, die dazu beitragen können, die Aufnahme der unerwünschten Stoffe zu reduzieren:

  • Palmöl/Palmfett trägt für die meisten Menschen wesentlich zur Aufnahme dieser unerwünschten Stoffe bei, weil es in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist. Daher sollte auf die Zutatenliste geachtet werden.
  • Vor allem Kinder sollten nicht täglich Lebensmittel mit einem hohen Palmölanteil essen.
  • Fetthaltige, frittierte und industriell hoch verarbeitete Lebensmittel möglichst selten verzehren.
  • Eine ausgewogene Ernährung mit frischen Zutaten und selbst zubereiteten Speisen trägt zur Reduktion der Aufnahme der unerwünschten Kontaminanten bei.
  • Wenn nicht gestillt wird, gibt es für die Ernährung von Säuglingen keine Alternative zu industriell gefertigter Säuglingsmilchnahrung. Eltern wird empfohlen, ihre Säuglinge weiterhin mit den speziell für sie hergestellten Produkten zu ernähren, da diese Produkte für Säuglinge lebenswichtige Nährstoffe in der richtigen Zusammensetzung enthalten.
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Ernährung: Beeinflusst Fleischkonsum das Diabetes-Risiko? https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/ernaehrung-beeinflusst-fleischkonsum-das-diabetes-risiko-20220515560026/ Sun, 15 May 2022 05:21:38 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560026 Auswirkungen des Fleischkonsums auf Typ-2-Diabetes

Der Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch wird mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Erkrankungen in Zusammenhang gebracht. Inwiefern auch das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht wird, blieb bislang allerdings umstritten.

In einer aktuellen Meta-Analyse unter Beteiligung von Fachleuten der Indiana University School of Public Health wurde untersucht, ob der Verzehr von rotem Fleisch das Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes beeinflusst. Die Ergebnisse können in dem Fachblatt „European Journal of Clinical Nutrition“ nachgelesen werden.

Höheres Risiko für Typ-2-Diabetes durch rotes Fleisch?

Die Forschenden analysierten auf Basis verfügbarer Studienergebnisse, ob Menschen, die mehr rotes Fleisch zu sich nehmen, ein höheres Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes haben, als Personen, die weniger rotes Fleisch konsumieren.

Frühere Studien hatten einen solchen Zusammenhang zwischen rotem Fleisch und Diabetes mellitus nahegelegt. Die aktuelle Meta-Analyse kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis.

Kein erhöhtes Diabetes-Risiko durch rotes Fleisch

Verglichen mit Ernährungsformen, welche weniger oder überhaupt kein rotes Fleisch enthielten, hatte eine Ernährung mit rotem Fleisch keinen Einfluss auf die glykämischen und insulinämischen Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes, berichtet das Team.

In gut kontrollierten Studien konnte nicht nachgewiesen werden, dass rotes Fleisch Diabetes oder Störungen der Blutzuckerregulierung verursacht, und obwohl der Rindfleischkonsum seit den 1970er Jahren um fast 40 Prozent zurückgegangen ist, hat die Zahl der Diabetesfälle stetig zugenommen“, erläutert Professor Donald Layman von der University of Illinois at Urbana-Champaign in einer Pressemitteilung.

Weitere Forschung notwendig

Die Meta-Analyse leiste einen wichtigen Beitrag zu der laufenden Debatte über die gesundheitlichen Folgen des Verzehrs von rotem Fleisch. Doch nun seien weitere Untersuchungen zu anderen Markern der Glukosehomöostase erforderlich, um besser zu verstehen, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch und dem Risiko für Typ-2-Diabetes besteht, so das Forschungsteam. (as)

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Schlaganfall: Senkung von LDL-Cholesterin schützt vor erneutem Hirninfarkt https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/schlaganfall-senkung-von-ldl-cholesterin-schuetzt-vor-erneutem-hirninfarkt-20220514560089/ Sat, 14 May 2022 12:45:53 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560089 Schlaganfall: Cholesterin senken zur Sekundärprävention

Der Schlaganfall ist eine gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankung und eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Rund 270.000 Menschen erleiden hierzulande jedes Jahr einen Hirninfarkt. Viele von ihnen müssen in den Jahren danach mit einem erneuten Schlaganfall rechnen. Eine intensive LDL-Cholesterin-Senkung kann viele Betroffene davor bewahren, wie eine Studie nun zeigt. Aber es wurden auch negative Folgen beobachtet.

Fast ein Fünftel derjenigen, die einen Schlaganfall erleiden, müssen innerhalb der nächsten fünf Jahre mit einem Folgeschlaganfall rechnen. Eine neue, in der Fachzeitschrift „JAMA Neurology“ veröffentlichte Metaanalyse mit insgesamt über 20.000 Patientinnen und Patienten bestätigte, dass eine intensive Senkung des LDL-Cholesterins vor Rezidiv-Schlaganfällen schützt, insbesondere, wenn die Betroffenen Gefäßverkalkungen aufweisen. Die Studie zeigte aber auch, dass es unter dieser Therapie zu etwas mehr Hirnblutungen kam.

In vielen Fällen droht ein erneuter Schlaganfall

Wie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) in einer aktuellen Mitteilung schreibt, gehören Schlaganfälle in Deutschland mit jährlich 270.000 Fällen zu den häufigsten Erkrankungen und sind mit einer hohen Sterblichkeit und Rate an Folgebehinderungen verbunden.

Sie können unterschiedliche Ursachen haben, bei etwa vier von fünf Schlaganfällen handelt es sich um sogenannte ischämische Schlaganfälle, bei denen ein Hirnareal nicht mehr (oder nicht mehr ausreichend) durchblutet wird.

Grund dafür ist häufig die hochgradige Verengung oder der Verschluss einer Hirnarterie in Folge von Gefäßverkalkung (Arteriosklerose beziehungsweise Arterienverkalkung) oder eines Blutgerinnsels.

Zu den Risikofaktoren, die im Laufe des Lebens zur Arteriosklerose, also zur Bildung von Plaques (Ablagerungen in den Gefäßen) führen, gehören Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes mellitus, Übergewicht und die Erhöhung des LDL-Cholesterins.

Die beste Prävention arteriosklerotischer Veränderungen ist somit die Behandlung oder Vermeidung solcher Risikofaktoren. Gerade das Cholesterin senken spielt dabei eine wichtige Rolle: Eine ältere Statinstudie zeigte, dass eine LDL-Cholesterinabsenkung von 1 mmol/l (39 mg/dl) die kardiovaskuläre Ereignisrate (Schlaganfall, Herzinfarkt) um etwa 20 Prozent senken kann.

Offen ist jedoch, ob für die Verhinderung eines Folgeschlaganfalls (Rezidiv) eine intensivere Statin-basierte LDL-Senkung ein besseres Risiko-Nutzen-Verhältnis aufweist als eine weniger intensive Therapie.

Klinische Studien der letzten 50 Jahre evaluiert

Dieser Frage ging die neue Metaanalyse nach, in der elf randomisierte klinische Studien der letzten 50 Jahre evaluiert wurden, um die intensive gegenüber einer weniger intensiven Statin-basierten LDL-C-Senkung zu vergleichen.

Das primäre Outcome waren Schlaganfallrezidive, sekundäre Outcome-Parameter beinhalteten schwere sonstige kardiovaskuläre Ereignisse sowie Hirnblutungen (hämorrhagische Schlaganfälle). Die finale Analyse schloss insgesamt 20.163 Teilnehmende ein (67 Prozent Männer, mittleres Alter 64,9±3,7 Jahre), die mittlere Follow-up-Dauer lag bei vier Jahren.

Die mittleren LDL-C-Zielspiegel betrugen 79 mg/dl in der Gruppe der intensiveren LDL-Senkung und 119 mg/dl bei den Patientinnen und Patienten, bei denen eine weniger intensive LDL-Senkung erfolgte.

Laut der DGN zeigten die gepoolten Ergebnisse, dass eine intensivere LDL-C-Senkung mit einem um 12 Prozent verringerten Risiko (RR 0,88) für Schlaganfallrezidive assoziiert war (absolutes Risiko 8,1 versus 9,3 Prozent). Die Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse betrug 17 Prozent, die der kardiovaskulären Sterblichkeit acht Prozent.

Vor allem Menschen mit Nachweis einer Arteriosklerose profitierten signifikant (Reduktion des Rezidivrisikos um 21 Prozent; RR 0,79) von der intensiveren Behandlung, bei Betroffenen ohne Arteriosklerose war der Effekt hingegen nicht signifikant (RR 0,95; p=0,04).

Risikozunahme für Hirnblutungen

Im Gegenzug ging die intensivere LDL-C-Senkung mit einer Risikozunahme für Hirnblutungen um 46 Prozent einher und mit einem um 26 Prozent höheren Risiko für einen Diabetes mellitus (RR 1,26; Daten aus 3/11 Studien).

Der Nutzen der Statine war jedoch deutlich höher als das Blutungsrisiko. So wurden durch eine intensive Statinbehandlung 131 ischämische Insulte verhindert – zu Lasten von 40 intrazerebralen Blutungen.

Das leicht erhöhte Blutungsrisiko scheint aber nicht Resultat einer erfolgreichen LDL-C-Senkung zu sein, sondern ist wohl eher mit den leicht gerinnungshemmenden Eigenschaften der Statine assoziiert. Darauf weist eine in dem Fachjournal „Circulation“ veröffentlichte Arbeit hin.

In einer in dem Fachblatt „Stroke“ publizierten Studie, die in die Metaanalyse eingegangen war, wurden durch Hinzunahme eines PSCK-Hemmer niedrige Lipidwerte erreicht, ohne dass das Risiko für Hirnblutungen angestiegen war.

Niedriger Zielwert für das LDL-Cholesterin

„Diese Metaanalyse unterstützt einen niedrigen Zielwert für das LDL-Cholesterin für die Rezidivprophylaxe nach einem ersten Schlaganfall, wenn eine Arteriosklerose nachweisbar ist“, erläutert Prof. Hans Christoph Diener, Pressesprecher der DGN.

„Gleichzeitig scheint die intensivierte Statintherapie aber mit einem gering höheren Risiko für Hirnblutungen einherzugehen. Vermutlich ist es sinnvoll, die Statindosis nicht gänzlich auszureizen, sondern stattdessen zur Lipidsenkung eine Kombination aus Statin und Ezetimib einzusetzen, um die gewünschte LDL-Cholesterinsenkung ohne erhöhtes Blutungsrisiko zu erreichen.“

Die europäischen Leitlinien zum Lipidmanagement empfehlen generell eine Stufentherapie, wobei zunächst alle modifizierbaren Faktoren des Lebensstils optimiert werden sollten. Im zweiten Schritt wird dann die medikamentöse Behandlung mit Statinen empfohlen.

Reicht die maximal mögliche Statindosis nicht aus, um das LDL-C in den Zielbereich zu senken, sollte zusätzlich Ezetimib gegeben werden, um die Cholesterinaufnahme im Darm zu hemmen. Kann auch damit das LDL-Cholesterin nicht in den Zielbereich abgesenkt werden, kommen laut der GDN sogenannte PCSK9-Hemmer zum Einsatz.

„Zur Rezidivprophylaxe nach Schlaganfall sollte man angesichts der aktuellen Daten die Hinzunahme anderer Substanzen zu den Statinen bereits früher erwägen“, meint der Experte. (ad)

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Demenz: Starkes Indiz für Alzheimer im Frühstadium entdeckt https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/demenz-starkes-indiz-fuer-alzheimer-im-fruehstadium-entdeckt-20220514560077/ Sat, 14 May 2022 11:21:02 +0000 https://www.heilpraxisnet.de/?p=560077 Alzheimer: Studienergebnisse könnten zur frühzeitigen Erkennung beitragen

In Deutschland sind laut Fachleuten rund 1,7 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Der Großteil von ihnen leidet an Alzheimer. Diese Erkrankung ist trotz jahrzehntelanger Forschung noch immer nicht heilbar. Doch vor allem bei einer frühen Diagnose und einem raschen Behandlungsbeginn kann sie verzögert werden. Nun gibt es neue Studienergebnisse, die zur Erkennung der Krankheit im Frühstadium beitragen könnten.

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass subjektive Gedächtnisstörungen in Verbindung mit auffälligen Werten des Eiweißstoffes Beta-Amyloid im Nervenwasser ein starkes Indiz für eine sich entwickelnde Alzheimer-Erkrankung sind. Die Studienergebnisse, die in dem Fachjournal „Alzheimer’s & Dementia“ veröffentlicht wurden, könnten zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung von Alzheimer beitragen.

SCD ein Risikofaktor, aber kein eindeutiges Warnsignal

Wenn das Gedächtnis oder andere geistige Fähigkeiten nach eigenem Gefühl nachlassen, objektive Testverfahren allerdings keine Minderung feststellen, wird in der Medizin von einer „subjektiven kognitiven Beeinträchtigung“ gesprochen, kurz SCD – nach dem englischen Fachausdruck „Subjective Cognitive Decline“. Dieses Phänomen wird seit einigen Jahren erforscht.

„Die Betroffenen berichten über kognitive Probleme, die sie ernsthaft beunruhigen, die mit den heutigen Verfahren allerdings nicht messbar sind“, erläutert Prof. Dr. Frank Jessen, Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE) und Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uniklinik Köln, in einer Mitteilung.

Mittlerweile hat sich herausgestellt: SCD ist ein Risikofaktor, jedoch kein eindeutiges Warnsignal für eine spätere Demenz. „Bei vielen Menschen mit SCD kommt es zu keinem fortschreitenden Verlust der kognitiven Leistung. Um das individuelle Risiko genauer bewerten zu können, sind weitere Faktoren zu berücksichtigen“, sagt der Forscher.

„Wir haben diese nun präzisieren können. Gibt es zusätzlich zu SCD auch Belege dafür, dass sich im Gehirn bestimmte Eiweißstoffe ansammeln, dann ist das zusammengenommen ein starkes Verdachtsmoment für eine sich entwickelnde Alzheimer-Erkrankung.“

Einschätzung stützt sich auf eine Langzeitstudie

Diese Einschätzung stützt sich auf eine Langzeitstudie des DZNE mit dem Namen DELCODE, die bundesweit zehn Studienzentren umfasst und an der mehrere Universitätskliniken mitwirken. In diesem Rahmen wird seit mehreren Jahren die kognitive Leistungsfähigkeit von fast 1.000 älteren Frauen und Männern jährlich erfasst.

Das geschieht mittels etablierter neuropsychologischer Testverfahren. Von vielen Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern wird zusätzlich der Liquor – auch „Nervenwasser“ genannt – analysiert und mittels Magnetresonanztomografie (MRT) das Hirnvolumen vermessen.

Das Forschungsteam wertete jetzt Messreihen der einzelnen Probandinnen und Probanden aus, wobei die Datensätze jeweils einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren umfassten. Die Studienteilnehmenden waren im Mittel rund 70 Jahre alt.

Die Kohorte umfasste über 400 Personen mit SCD zu Studienbeginn und etwa 300 Personen mit messbaren kognitiven Beeinträchtigungen – bis hin zu Symptomen einer Demenz aufgrund einer Alzheimer-Erkrankung. 200 weitere Erwachsene, deren kognitive Leistung im normalen Bereich lag und die zu Beginn der Studie keine SCD aufwiesen, dienten als Kontrollgruppe.

Phänomene zusammen betrachten

Der Eiweißstoff Beta-Amyloid, der sich im Zuge einer Alzheimer-Erkrankung im Gehirn ansammelt, spielte eine wichtige Rolle für die Untersuchungen.

Das lässt sich indirekt, anhand der Konzentration des Proteins im Nervenwasser, feststellen: Wenn der Messspiegel jenseits eines Schwellenwertes liegt, wird dies als Beleg dafür gesehen, dass sich Beta-Amyloid im Gehirn anreichert. Diese Menschen gelten dann als „Amyloid-positiv“. 83 Teilnehmende mit SCD und 25 Personen aus der Kontrollgruppe hatten diesen Status.

„Die Ablagerung von Beta-Amyloid ist ebenso wie SCD ein Risikofaktor für Alzheimer. Für sich betrachtet sind beide Phänomene allerdings kein eindeutiger Indikator für eine Erkrankung. Doch das Bild schärft sich, das belegt unsere Studie, wenn man diese Phänomene zusammen und über längere Dauer betrachtet“, erläutert Jessen.

Messbare kognitive Defizite entwickelt

Während des Studienzeitraums entwickelten einige Probandinnen und Probanden aus der SCD-Gruppe und auch einige aus der Kontrollgruppe messbare kognitive Defizite. Besonders deutlich war diese Entwicklung bei Amyloid-positiven Menschen mit anfänglicher SCD.

Im Vergleich dazu war der kognitive Abbau bei den Amyloid-positiven Teilnehmenden der Kontrollgruppe im Durchschnitt gesehen weitaus geringer.

Unterschiede zeigten auch die MRT-Daten des Gehirns: Der sogenannte Hippocampus, der sich über beide Hirnhälften verteilt und als „Schaltzentrale“ des Gedächtnisses gilt, war bei Amyloid-positiven Personen mit SCD im Allgemeinen kleiner als bei den Amyloid-positiven Probandinnen und Probanden der Kontrollgruppe: Ein Hinweis für Atrophie, also für den Verlust von Hirnmasse.

„Zählt man alle Befunde zusammen, inklusive der Daten jener Probanden, die bereits zu Studienbeginn messbare kognitive Defizite aufwiesen, dann sehen wir die Kombination von SCD und Amyloid-positiv-Status als starken Indikator für eine Alzheimer-Erkrankung im Frühstadium“, so der Wissenschaftler.

„Wenn man Alzheimer nach gängiger Vorgehensweise in sechs Stadien einteilt, wobei Stufe 6 eine schwerwiegende Demenz darstellt, dann entspricht die Kombination von SCD und Amyloid-positiv-Status nach unserer Einschätzung der Stufe 2. Diese liegt vor dem Zustand, bei dem erstmals messbare Symptome auftreten und der auch mild cognitive impairment genannt wird.“

Personen identifizieren, die bereits erkrankt sind

Es gibt bislang keine effektive Behandlung von Alzheimer. Allgemein wird jedoch davon ausgegangen, dass eine Therapie frühestmöglich einsetzen sollte. Wenn es messbare klinische Symptome gibt, ist das Gehirn bereits erheblich geschädigt.

Dann hat aus heutiger Sicht eine Behandlung wenig Aussicht auf nachhaltigen Erfolg, erklärt Jessen. Daher sei die Frage, wie scheinbar gesunde Personen identifiziert werden können, die tatsächlich an Alzheimer erkrankt sind und mit großer Wahrscheinlichkeit eine Demenz entwickeln werden.

Er hält die Kombination von SCD und Amyloid-positiv-Status für ein vielversprechendes Kriterium, das in künftigen Studien weiter untersucht und überprüft werden sollte. (ad)

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